# A. Die Idee Hinter Meinem Roman (‘’What If..‘’)
“Story Genius” beginnt mit einer tiefen Exploration der eigenen Idee. Was war der Ursprung der Idee? Was bedeutet sie mir? Was will ich mit meiner Geschichte sagen? Und was ist, basierend auf all dem, mein “What if”, meine kreative Prämisse, aus der sich die Geschichte entwickelt hat?
Es ist eine merkwürdige Erfahrung, all dies schriftlich zu reflektieren, nachdem es die Geschichte in meinem Kopf (und in Teilen auch auf Papier) bereits gibt.
Aber ich merke, dass der Prozess unglaublich hilft, um einen präzisieren Griff darum zu kriegen, worum es mir im Kern geht. Und während ich das tue, merke ich, wie die Geschichte beginnt, sich in meinem Kopf zu verändern. Präziser zu werden, tiefer, gleichzeitig leichter weil von unnötigem Ballast befreit.
Also, legen wir los.
---
## Schritt 1 - Der Moment, Als Die Idee Geboren Wurde
Start: 2025-07-25
Veröffentlicht: 2025-07-26
Geändert: 2025-07-28
> [!todo]- Anleitung
> *“Now it’s your turn. In no more than a page, write about the instant the idea that you’re working with—the one that won’t seem to leave you alone—first grabbed you.”*
> — Lisa Cron: Story Genius ([Link](https://rauchundkoenig.buchhandlung.de/shop/article/28982701/lisa_cron_story_genius.html))
> [!tldr]- **Zusammenfassung:** Der Moment, als die Idee geboren wurde
> Als ich mit 45 Jahren verstand, dass ich AuDHD[^1] bin, wollte ich das Buch schreiben, das mein früheres Ich erreicht hätte, bevor es zu spät war, aus der “Alte Kaiser Stadt”[^2] zu entkommen. Denn: Ich war mein ganzes Leben Phantásien-Reisender. Und ich wusste: Ich muss zurückkehren aus Phantásien und damit beide Welten gesund machen. Wenigstens ein Bisschen.
> [!done] Grün: Keine Spoiler
---
> *»Es gibt Menschen, die können nie nach Phantásien kommen«, sagte Herr Koreander, »und es gibt Menschen, die können es, aber sie bleiben für immer dort. Und dann gibt es noch einige, die gehen nach Phantásien und kehren wieder zurück. So wie du. Und die machen beide Welten gesund.«* - Michael Ende: Die unendliche Geschichte ([Link](https://rauchundkoenig.buchhandlung.de/shop/article/52644885/michael_ende_die_unendliche_geschichte.html))
---
**Mit 45 Jahren verstand ich, dass ich AuDHD[^1] bin: Dieser gigantische Plot-Twist stellte fundamental in Frage, was ich bis dahin über mich geglaubt hatte:** Der selbsternannte Mr. Empathy war nur Gast auf einem Planeten, der ihm immer fremd bleiben würde. Der strukturierte und sortierte Mr. Analytics war ein vergesslicher Chaot, der alle Strukturen mit Verve wieder einriss. Und der vermeintlich austherapierte Persönlichkeitsexperte hatte - wie alle anderen auch - diese fundamentale Konfiguration 45 Jahre übersehen, obwohl sie alles erklärte.
**Ich wollte und will das Buch schreiben, das mein früheres Ich hätte lesen müssen, um all das zu verstehen und zu beginnen, für sich zu sorgen.** Doch ich wusste, dass er diese Information abgetan hätte, wenn ich sie ihm nur erklärt hätte. Er musste sie selbst erleben, indem er eintauchte in die Erlebniswelt eines Protagonisten. Die Geschichte eines Menschen, der aus der unerträglich gewordenen Realität in die Fantasiewelt seiner Träume flieht und dort erleben muss: Man nimmt sich selber immer mit.
**Schnell wurde mir klar, dass all dies der Grund war, weshalb mich die Geschichte von Bastian, der sich in der unendlichen Geschichte verliert, seit Kindheit immer wieder so berührt hatte.** Ich sie sogar zu einem autistischen Spezialinteresse [^3] gemacht hatte. Ich war ein Bewohner der Alten Kaiser Stadt - der Stadt, in der in Phantásien all jene untergebracht sind, die es nicht geschafft haben, in die Realität zurück zu kehren.
Und deshalb würde das Buch eine Hommage werden an die “Unendliche Geschichte”. Und eine Geschichte über den Versuch, doch noch zurück zu kehren in die Realität. Ich selbst hoffte so, meinem zweiten Life Purpose Statement, das ich bislang nie verstanden hatte, gerecht zu werden: “Ich bin der Wanderer zwischen den Welten, der beide Welten heilt”.
<!---
Eigentlich ist der Prozess absurd. Denn "Das Buch, das die Welt gesund macht" begann als Sachbuch.
Wir schreiben den Frühsommer 2024. Die Monate zuvor hatten mich ziemlich aus der Bahn geworfen, als eine neue Liebschaft sich zu einer emotionalen Achterbahn entwickelte, wie ich sie in den zu dem Zeitpunkt 45 Jahren meines an emotionalen Achterbahnfahrten durchaus reichen Lebens noch nicht gekannt hatte. ==Und die mit einem Plot-Twist endete, den man keiner funktionalen Story verzeihen würde: **Ich**, Florian Prittwitz-Schlögl, selbsternannter Mr. Empathy und Warmherzigkeit, war autistisch. Besser gesagt **AuDHD**.== ==Mein Hirn kombinierte Autismus, ADHS und Hochbegabung zu einer **explosiven Mischung**, die so einzigartig war, dass niemand, auch nicht ich selbst, auf die Idee gekommen war, was die Ursache für all mein "So-Sein" war.==
Doch an diesem sonnigen Morgen fühlte ich mich zum ersten Mal seit Monaten wieder irgendwie angekommen in mir. ==Ich hatte zwar nur grob verstanden, welche **Bombe** da gerade alles, was ich jemals glaubte über mich selbst verstanden zu haben, in die Luft gejagt hatte.== Aber immerhin war ich sortiert genug, um das Bedürfnis zu entwickeln, darüber zu schreiben.
Und das war er, der Geburtsmoment meiner Geschichte. ==Ich wollte ein Buch schreiben über diese **unglaubliche Erfahrung**== über unerkannte Neurodivergenz bei Erwachsenen in Hochleistungsumfeldern. ==Über die Erfahrung, in meiner Besonderheit und Behinderung so **außergewöhnlich** zu sein, dass es niemand verstand, und so innerlich zu leiden, dass es nach außen wie großer Erfolg aussah.==
==Ich wollte das Buch schreiben, das mein früheres Ich hätte lesen müssen==, um zu verstehen, zu begreifen, wirklich zu begreifen, dass all die absurden Erfahrungen, die in der Summe sein Leben bestimmten, deshalb so absurd waren, weil ihm eine entscheidende Information fehlte: Dass er tatsächlich fundamental anders war als alle anderen. Und zwar so tief, so existenziell, dass er damit würde leben müssen, ==niemals jemand zu treffen, **der die Gesamtheit dieser Erfahrung teilen** oder auch nur nachvollziehen kann.==
==Er war tatsächlich **alleine auf einem fremden Planeten**.==
==Und ich wollte ihm diese Botschaft so verklickern, dass er begreift, dass **diese Erkenntnis** nicht das Ende ist, sondern **der Anfang**.==
Denn wenn es sowieso grundsätzlich unmöglich war, die Kluft zu anderen Menschen zu überbrücken. Dann konnte er den kraftraubenden Versuch, es dennoch zu tun, einfach beenden. Und ==beginnen, sich um sich selbst zu kümmern.==
Schnell wurde mir klar, dass dieses Ziel mit einem Sachbuch nicht erreichbar wäre. Mein früheres Ich durfte diese Botschaft nicht gesagt bekommen, ==er musste sie selbst erleben.==
Und deshalb wurde es eine Geschichte.
Die ==Geschichte eines Menschen, der aus der **unerträglich geworden Realität in eine Welt flieht,** die sein eigenes Inneres repräsentiert== - und im Moment des Scheiterns ernennt, dass er nie eine Chance hatte. Und erst auf dieser Basis einen Weg findet, ==**sich selbst mit Würde**, Bedacht, Fürsorge und Muße zu begegnen.==
--->
---
## Schritt 2 - Warum Es Mir Etwas Bedeutet, Diese Geschichte Zu Erzählen
Start: 2025-07-26
Veröffentlicht: 2025-07-27 bis 2025-07-29
Geändert: 2025-07-29
> [!todo]- Anleitung:
> *“Why Do You Care? Now the question is, why have you even gone this far with it? Ask yourself, why does this stick with me? Why do I care about it? The goal is to burrow into what it is about this idea that intrigues you”*
> — Lisa Cron: Story Genius ([Link](https://rauchundkoenig.buchhandlung.de/shop/article/28982701/lisa_cron_story_genius.html))
> [!tldr]- **Zusammenfassung:** Warum es mir etwas bedeutet, diese Geschichte zu erzählen
> 1. Mich zieht es in eine Fantasiewelt, weil nur durch diesen radikalen Schritt Ich eine Chance habe zu erzählen, wie unerträglich die Realität für Peter geworden ist - und damit die Inspiration aus meinen dunklsten Zeiten einzubauen.
> 2. Ich freue mich, offensiv und ohne die Beschränkungen der Realität von [[!🧭 Unmasking|AuDHD]] Joy und Sehnsüchten zu erzählen und einen Schutzraum zu erschaffen, in dem mein Protagonist ohne jede Scham endlich er selbst sein darf.
> 3. Peters Traumwelt wird dennoch zum Albtraum - und das ist mir aus zwei Gründen wichtig. Einerseits, weil AuDHD im Kern innere Zerrissenheit bedeutet, die nicht einfach weggeht, nur weil man sie verstanden hat. Und zweitens, weil wir alle in uns die Denklogik der uns unterdrückenden gesellschaftlichen Systeme tragen. Es reicht nicht, sich selbst zu akzeptieren - wir müssen auch akzeptieren, dass die Welt ist, wie sie ist. Ein glückliches Leben ist möglich - aber nicht, indem wir unsere eigene Zerrissenheit oder die der Welt ignorieren.
> 4. Doch mein wichtigstes Warum ist - ich will alle falsche Hoffnung auf Pseudolösungen eliminieren und Peter eine Chance geben, mit radikaler Ehrlichkeit sowohl sich selbst als auch der Welt gegenüber einen Weg aus dem Dilemma zu finden.
> [!warning] Orange: Leichte Spoiler
---
> *I don’t want praise, I don’t want pity.*
*I bang my own drum,*
*Some think it’s noise, I think it’s pretty.*
*And so what, if I love each feather and each spangle,*
*Why not try to see things from a different angle?*
*Your life is a sham ‘til you can shout out*
*I am what I am!*
> — Jerry Herman: “I am what I am” aus “La Cage Aux Folles” ([Link](https://youtu.be/vuqMUO7qno0?si=lnlSrnfaWdg0w73h))
---
Diese Frage ist für mich die schwerste. Nicht, weil ich keine Antwort hätte. Sondern weil ich überquelle.
Im Grunde genommen ist die Antwort: **Weil diese Geschichte alles berührt, was mir jemals etwas bedeutet hat.**
Aber das ist natürlich zu globalgalaktisch, deshalb beginnen wir scheibchenweise.
**Schritt 1:** *Warum will ich Peter in eine fantastische Welt schicken, oder spezifischer - warum will ich, dass er nach Nadlee’han[^4] flieht?*
Fantastische Welten im Allgemeinen und Phantásien im Besonderen haben mich schon immer fasziniert. Das hat viele Gründe, aber ich glaube in meiner Geschichte berührt mich besonders die Idee der **Weltflucht**. **Peter läuft vor etwas davon, das ihm unerträglich wird: der realen Welt, wie er sie kennt.**
Weltflucht wird oft poetisch abstrakt verstanden - doch ich möchte ein existentialles Bedürfnis nach Weltflucht zeigen. Ich glaube nicht, dass viele Menschen nachvollziehen können, wie unglaublich anstrengend das ganz normale Leben für AuDHDer ist. Und das ist etwas, wovon ich erzählen möchte - so, dass man es glaubt und versteht.
Peter wird bereit sein, sein gesamtes bisheriges Leben inklusive der einzigen menschlichen Beziehung, die ihm wirklich etwas bedeutet - zu seinem [[John Pek|Ehemann John]] - aufgeben, nur für die vage Hoffnung, in der Fantasiewelt seiner Kindheit endlich er selbst sein zu können ohne diesen ständigen Kampf. Dieses Opfer wird später noch größer, als er sich entscheiden muss, das Band zur Realität komplett zu durchtrennen - und damit jede Möglichkeit, zurück zu kehren.
Ich glaube, mir ist es wichtig, über diese Weltflucht einen Eindruck zu geben, was es wirklich bedeutet, “hochfunktional neurodivergent” zu sein, ohne zu viel zu jammern. **Denn manchmal verzweifelt man an der Realität - so sehr, dass man bereit ist, alles aufzugeben, um in eine andere Welt zu fliehen.**
Für mich persönlich ist das eine Möglichkeit, von einigen der dunkelsten Momente meines Lebens zu inspiriert zu erzählen und einige wenige bekannte, aber sehr existenzielle Aspekte von Neurodivergenz greifbar zu machen, u.a. [Autistic Mate Crime](https://youtu.be/9Gpz_DfMiDM?si=_aZNIQ0P-U3WwNbF), [Inactivity Disphoria und Depression](https://www.adxs.org/en/page/167/depression-and-dysphoria-in-adhd) und [autistischen Burnout](https://embrace-autism.com/autistic-burnout/).
Und warum [[Nadlee'han💭]]? Weil Peter es verdient hat, wenigstens einmal im Leben eine Welt zu erleben, die nur aus seinen Wünschen, Sehnsüchten und Träumen erwächst.
**Schritt 2:** *Warum fasziniert mich die Idee so, Peter zunächst nicht in einen offensichtlichen Konflikt, sondern eine Art persönlich individualisiertes Paradies zu schicken?*
Wer würde nicht gerne über eine Welt schreiben, die einzig und alleine aus den eigenen Wünschen, Träumen und Sehnsüchten aufgebaut ist?
Das besondere an Nadlee’han wird sein, dass es - im Gegensatz zu vielen literarischen Vorbildern wie Phantásien, Narnia, oder Nimmerland - keine kindliche Welt ist. Peter ist erwachsen - und so ist auch seine Traumwelt erwachsen. Es gibt natürlich dennoch verwunschene Wälder, Elfen und atemberaubende Ausblicke auf den Mond. Aber es gibt auch Lederkerle und Sex, Reichtum und Macht, tiefe , intime Freundschaft und Liebe, exquisiten Luxus, gefügige Gespielen. Es gibt Ruheorte und Orte der Weisheit, Bordelle und Shows, Ruhm und Applaus…
Warum ist mir das wichtig? Ich glaube das hat zwei Gründe: Zum einen, weil ich fest an die empowernde Wirkung von Schutzräumen glaube, zum Anderen, weil ich im Schreiben meine eigene Scham überwinden möchte, meine innere Welt zu zeigen.
Queere Menschen, neurodivergente Menschen, und alle anderen, die anders sind und vulnerabel in einer konformistischen und anspruchsvollen Gesellschaft, brauchen Schutzräume. Räume, wo sie sich und ihre Bedürfnisse nicht erklären müssen. Räume, in denen sie entspannen können vom permanenten Druck, das eigene Leben für andere so darzustellen, dass weder für sie selbst Gefahr noch für andere Belastung droht.
Da Peter nur sehr wenig unter sein eigenes “Anderssein” weiß - er hält sich ja einfach für einen ganz normalen schwulen Mann - kann er sich diese Schutzräume in der Realität nicht suchen. Er hat keine Sprache, um auszudrücken, was er braucht.
In Nadlee’han wird ihm das abgenommen. Die Welt versteht ihm besser als er sich selbst und umgibt ihn mit allem, was er braucht sucht. Er taumelt von einer beglückenden Erfahrung zur nächsten - und entspannt immer mehr, je mehr er realisiert, dass er sich hier weder erklären noch verstellen noch schützen muss. Er geht einfach seinen Weg der Wünsche und wandert staunend durch eine Welt, die nur für ihn existiert.
Was mich daran besonders berührt ist die Möglichkeit, von Erfüllung, Glück und Freude zu berichten. Neurodivergenz wird so häufig nicht nur von außen, sondern zudem defizitorientiert und/oder pathologisch beschrieben. Dabei ist Neurodivergenz einfach eine Art zu sein. Ähnlich wie in “Stories Of Autistic Joy” ([Link](https://rauchundkoenig.buchhandlung.de/shop/article/50461787/laura_kate_dale_stories_of_autistic_joy.html)) freue ich mich auf die Möglichkeit, zu zeigen, wie erfüllend, intensiv und beglückend das Leben als AuDHD sein kann.
Gleichzeitig wird die Aufgabe gewaltig, meine diesbezügliche Scham zu überwinden. Ich bin es so gewohnt, für meine Bedürfnisse und Sehnsüchte belächelt, kritisiert, für verrückt erklärt oder angegriffen zu werden, dass mir bei der Vorstellung, all das öffentlich aufzuschreiben fast schlecht wird.
Und auch das ist ein Warum. Es ist wichtig, diese vielen Schichten aus Scham und internalisierten \*ismen zu überwinden. Es immer wieder zu versuchen, dennoch das zu suchen, was meine ganz persönliche Variante von unbändiger Freude ist.
**Schritt 3:** *Warum möchte ich, dass diese Welt sich gegen Peter wendet und zum Albtraum wird?*
Ohne Konflikt keine Geschichte. Natürlich muss etwas passieren, denn niemand will Peter 800 Seiten dabei beobachten, welche Träume und Sehnsüchte er sonst noch so hat.
Aber wie kriegt man einen Konflikt ins vermeintliche Paradies?
Meine ursprüngliche Lösung war, dass Peter permanent den Wunsch hat, die Welt zu retten. Aber je tiefer ich diesen Charakter verstand, desto mehr merkte ich, dass ich ihm damit unrecht tue. Von außen betrachtet könnte man durchaus denken, dass seine Kombination aus Intensität, Hilfsbereitschaft, Intelligenz und Aktionismus in einer Art “Guru-Komplex” begründet sind. Aber von innen betrachtet stimmt das nicht - wie so oft bei neurodivergenten Personen. Die Intensität ist einfach die Art, wie er denkt, seine Hilfsbereitschaft ist genuin liebevoll wenn auch vielleicht etwas naiv, seine Intelligenz setzt er mit Demut ein, und sein vermeintlicher Aktionismus ist schlicht im ADHS fundierte Impulsivität. Peter rettet zwar gerne mal Welten, aber nicht, weil ihn das besonders antreiben würde.
Nein, es musste eine tiefere Ursache geben, warum er in seiner Traumwelt scheitert. Eine, die essentiell mit der Konstruktion der Welt zusammenhängt. Und, da sie ja seine Innenwelt repräsentiert, mit seinen eigenen inneren Widersprüchen.
Wer sich schon einmal mit AuDHD beschäftigt hat, kennt die Antwort: Innere Zerrissenheit zwischen extrem unterschiedlichen, oft schlicht unvereinbaren Bedürfnissen ist der Kern von AuDHD. Autismus und ADHS sind in einem permanenten Kampf gegeneinander: Autismus liebt Ordnung, ADHS schafft Chaos. Autismus braucht Stille und Fokus, ADHS will Spaß und Abenteuer. Autismus bedeutet Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen, ADHS ist charmant, gewinnend und immer bereit für die nächste Beziehung.
Es ist mir wichtig, dass Nadlee’han letztlich von inneren Widersprüchen bedroht wird, um zu zeigen, wie brutal und existenziell dieser ständige Kampf im Leben von uns AuDHDern ist. Der wilde Ritt zwischen Langweile und Burnout, der uns aufreibt und in die Hände von Depression, Alkohol, Sex und anderen Arten der Betäubung führt, wenn wir nicht lernen, diese Dynamik zu meistern.
Aber - mir ist noch etwas anderes wichtig. Ich möchte Peter nicht in eine banale “ich bin an allem selbst schuld”-Erkenntnis führen. Denn das ist er nicht. Die aufreibende Dynamik zwischen den beiden Polen gehört nämlich nicht zu den Dingen, die aufhören, wenn man sie verstanden hat. Es macht mich richtig wütend, wenn ich daran denke, wie oft ich in meinem Leben gehört habe, ich müsste mich einfach mäßigen, dann würde alles gut. Wird es nicht. Denn es gibt da immer die andere Seite, die nicht befriedigt auf die Barrikade geht und jede Lösung, die nur ein Bedürfnis befriedigt, über kurz oder lang zu Kleinholz verarbeitet.
Und deshalb möchte ich, dass neben der AuDHD Eigendynamik ein zweiter Faktor Peters Welt bedroht: Der Blick vom außen. Es muss - und wird - Wesen geben in dieser Fantasiewelt, die angreifen. Die Ksall’i.[^5]
Der Grund, weshalb es mir wichtig ist, diese neurotyoische und ganz und gar unqueere Spezies einzuführen ist: Wir alle internalisieren die Unterdrückungssysteme, in denen wir leben. Egal ob wir selbst zu den Unterdrückern oder den Unterrückten gehören. Schwule Männer und lesbische Frauen tragen internalisierte Homophobie mit sich herum. Frauen internalisierte Mysogenie. Anhängige eines ausbeuterischen Wirtschaftssystems internalisierten Kapitalismus. Und neurodivergente Menschen internalisierten Ableismus.
Und deshalb sind die “Anderen” Teil von Peters innerer Welt.
Und deshalb hat er gleich zwei große Probleme: Die anderen - und deren Angriffe, Abwertung, Ignoranz und Menschenfreindlichkeit. Und sich selbst in seiner inneren Zerrissenheit. Genügend Stoff für eine Traumwelt, die zum Albtraum wird. Willkommen in meiner Welt.
Im Falle von Peter (und mir) heißen diese beiden Fronten Selbst-Gaslighting und Maskierung.
**Schritt 4:** *Aber wenn das alles so schrecklich ist - warum möchte ich es erzählen? Wo ist die Story, die Möglichkeit zur Transformation?*
Ich glaube, dass es einen Weg gibt aus diesem Zweifrontenkrieg: Radikale Ehrlichkeit.
Jede Lösung, die auf der Annahme beruht, man selbst sei doch nicht so wie man sei und man könnte den inneren Kampf des AuDHD irgendwie befrieden, ist zum Scheitern verurteilt.
Jede Lösung, die auf der Annahme beruht, zumindest die Welt sei doch nicht so krass wie sie ist, ebenfalls.
Nur wenn Peter es schafft, wirklich zu sagen “I am what I am” - und zwar im Wissen um eine fremde und in Teilen schlechte Welt - hat er eine Chance, einen anderen Weg zu finden, der Nadlee’han vor dem Untergang bewahrt und sein eigenes Leben wieder lebenswert macht.
<!---
---
1. **Der Riss der Welt** - Anders sein und die brutale Reaktion der anderen - erstmal flieht er vor den anderen in ein Paradies
2. **Träume** sind wichtig. - er erlebt einen empowernden und spannenden Schutzraum
1. Weltflucht und Schutzraum,
2. Scham und Sehnsucht nach Heilung
3. **Gaslighting und Maskierung** - auch vor sich selbst (Konformitätsdruck ist real) - die Ksall'i greifen an und Peter pusht sich zur Rettung
4. **Man nimmt sich selber immer mit** - Peter selbst zerstört seine Traumwelt - die ihn beschützende Insel wird bedrohlich eng, da die ihn als Störung empfindet
5. **I am what I am**: Sich selbst akzeptieren und mit Würde begegnen - er entscheidet sich für ein Leben und findet heraus was Realität ist
6. **Walk a mile in my shoes -** Empathie und ein bisschen Anklage - in der Entspannung nach dem Scheitern beginnt er zu erzählen und entdeckt die verbindende Kraft der Empathie
---
Erstmal dachte ich - was für eine Frage? Wie um alles in der Welt soll denn ein **Moment, der alles,** was ich über mich und mein Leben gedacht hatte **auf den Kopf stellt** nicht bedeutsam sein?
Dann wurde mir klar, dass das aus drei Gründen doch eine gute Frage ist.
1. Es geht ja nicht darum, warum dieser Moment für mich so bedeutsam war, sondern weshalb es mir so wichtig ist, dieses Buch zu schreiben. Was bedeutet es mir, diese Geschichte zu erzählen?
2. **Neurodivergenz im Allgemeinen und Autismus sind ja dadurch gekennzeichnet, dass andere Menschen eben gerade ==nicht nachvollziehen==** können, was in meinem Gehirn vorgeht, insbesondere nicht Motive und Gründe. Deshalb ist es vielleicht für mich sonnenklar, aber nicht unbedingt für meine Leser:innen.
3. Der große Plot-Twist hat vor nicht all zu langer Zeit mein Leben völlig durcheinander gewirbelt. Wahrscheinlich tut es der Kunst gut, wenn ich mir über mein spezifisches Warum klar werde. Und es hilft, trotz des sehr persönlichen Hintergrunds **keine Betroffenheitsliteratur** zu schreiben.
Also dann Mal los. Was bedeutet es mir, diese Geschichte zu schreiben?
Ich glaube, da draußen sind viele, denen es geht wie mir bis vor einem guten Jahr: Die **sich** und ihre Herausforderungen im Umgang mit der Welt **nicht verstehen,** versuchen sich die **Wahrheit zurechtzubiegen,** und die von ihrem Umfeld darin auch ständig bestärkt und bestätigt werden. "So geht es uns allen", "Jeder hat mal einen schlechten Tag",… **Wir kriegen so lange Botschaften, wir wären wie die meisten Menschen, bis wir es zum Schluss selbst glauben.** ==Das Gaslighting hat funktioniert. ==
Und deshalb ist es mir wichtig, meinen Leser:innen die Möglichkeit zu geben, diese ==**Erfahrung nachzuvollziehen.** ==Entweder, um für sich zu entdecken: "**Hey, das ist bei mir ==ähnlich==" - oder um zumindest ==Verständnis und Empathie== für uns spät erkannte Neurodivergente zu entwickeln.**
Außerdem hat mich das Thema Authentizität und Selbstverwirklichung schon immer interessiert. Immerhin bin ich Coach für Persönlichkeitsentwicklung geworden. Und ich merke in meinem Beruf jeden Tag, wie gut es Menschen tut, sich klar zu werden: **Wer bin ich? Und dann zu akzeptieren, was auch immer sie entdecken (denn das ist nie nur toll), und zu beginnen zu ==sich selbst liebevoller und würdevoller== zu sein.**
Ich denke auch, dass die Welt Geschichten braucht von **seltsamen, aber großartigen ==Menschen, die Anders sind== - und sich nicht dafür ==schämen==.**
OK, ich merke, ich rede ziemlich um den heißen Brei herum. Das ist irgendwas wofür ich mich **schäme**. Was will ich nicht zeigen?
Der Kern der Idee sind **Weltflucht**, **Sehnsucht nach Heilung** - und **Scham**.
Und ich glaube, ich habe deshalb so viel Scham um diese Themen herum, weil ich da auch real verletzlich bin. Und deshalb ist ein weiteres Thema Schutz.
==Weltflucht==
==Sehnsucht nach Heilung==
==Scham==
==Schutz==
==Und Aggression, Ableismus, oft verpackt in nicht sehen wollen.==
All das ist mir wichtig, weil ich es erlebt habe. Und ich brauche die **schützende Distanz** einer fiktionalen und fantastischen Geschichte, um davon erzählen zu können.
Ich glaube ich möchte über jemand schreiben, **der vor der ==Realität== flieht, weil diese tatsächlich oft sehr ==schmerzhaft, brutal und einfach kein zu Hause ist.*==*
**Als Autist, ADHSler, als schwuler, gender non confirming Mann, als FFB in der körperfixierten schwulen Szene, als polyamore Person in einer monogamen und prüden Welt…** Ich könnte die Liste ewig fortsetzen. Was ich sagen will ist: **==Wenn Du== an entscheidenden Stellen ==nicht konform gehst,== werden Menschen ==sehr schnell sehr ungemütlich.==** Subtil - durch **Desinteresse, Relativierung Deiner Erfahrung, Pathologisierung und vermeintlich wohlmeinende Hilfsangebote.** Oder auch offen - durch **Ablehnung, bewusste verbale Verletzung, Ignoranz selbst grundlegender Bedürfnisse.**
Und ich glaube das ist der Grund weshalb so viele queere, neurodivergente Personen **fantastische Welten** lieben - als **==Schutzraum==, Traumwelt, ==Möglichkeit zum Selbstausdruck== unabhängig von und ==außerhalb== der binären und konformistischen Diskurse und Realitäten.**
Das ist der Grund, warum ich Geschichten im Allgemeinen und fantastische Welten im besonderen so liebe und brauche. [[!🧭 Genießen und Spaß haben • 4.10 Musical]], Glamour, Pop, La Graciosa, überhaupt **==Inseln==**.
Jetzt wird es in meiner Geschichte so sein, dass diese wunderbare, auf den eigenen Sehnsüchten und Träumen beruhende Welt **sich gegen Peter wendet und zur ==existenziellen Bedrohung== wird**. Und zwar nicht, wie so oft in Jugendbüchern, durch eine der fantastischen Welt inhärente Gefahr, **sondern etwas, das durch Peter in diese Welt kommt: ==Durch seine Ankunft kippt das fragile Gleichgewicht== zwischen den Nadlee'i und den Ksall'i, und ein schrecklicher Krieg bricht aus**. Peter tut etwas sehr subtiles, was aber die entscheidende Ursache ist für den Krieg. Und so wendet sich diese Welt der Sehnsüchte gegen ihn, bis er die zerstören muss - oder sterben.
Warum?
Ich glaube was mich daran berührt ist der Gedanke, dass **Traumwelten existenziell** sind. **==Träume== sind wertvoll, wichtig und eine Frage des Überlebens. Sie ==sind tief empfundener Selbstausdruck.==**
Ich möchte eine Geschichte schreiben, die es erlaubt, in Peters **einzigartige innere Welt einzutauchen und zu ==erleben wie es ist, er zu sein==.** Und weil dafür das beste Mittel eine gute Geschichte ist, geht es am Ende auch über die **Macht von Geschichten.**
Und weil man **sich selbst immer mitnimmt,** geht es darum, dass die **eigene Zerrissenheit nicht aufhört, nur weil man träumt.** **==Du kannst vor deinem Sein nicht davon laufen==.**
Und weil es **dennoch ==reale und verantwortliche Andere== gibt, die ignorieren, verletzen, Hilfe verweigern, manchmal sogar vernichten, geht es auch darum, die ==Empathie der anderen anzusprechen==.** Zu zeigen, einfach nur gesehen zu werden wie man selbst ist und wie schwer es ist, was für ein unglaublicher Kampf, in einer Welt zu bestehen, die für so jemand einfach echt nicht gemacht ist und auch wenig Verständnis hat.
--->
---
## Schritt 3 - Was Ich Mit Dieser Geschichte Sagen Will
Start: 2025-07-28
Veröffentlicht: 2025-07-29 bis 2025-07-29
Letzte Änderung: 2025-07-31
> [!todo]- Anleitung:
> *“See if you can nail the point your story will make in a few concise lines. Don’t worry if in the beginning it splashes all over the page. Just keep focusing in on the single driving point it will make. The goal is to reduce it to its essence.”*
> — Lisa Cron: *Story Genius* ([Link](https://rauchundkoenig.buchhandlung.de/shop/article/28982701/lisa_cron_story_genius.html))
> [!tldr]- **Zusammenfassung:** Was ich mit dieser Geschichte sagen will
> ==**Du kannst vor Dir selbst nicht fliehen. Stell Dich dem Blick in den Spiegel - und fang an, Dich so zu lieben, wie Du wirklich bist.**==
>
> Dein Bauchgefühl stimmt. Du bist anders. Sehr anders. Und das ist gut so. Lerne Deinen Tanz - und beginne, Deine wahrhaftige Geschichte zu erzählen. Denn darin, nicht im Versuch zu werden wie alle anderen, liegt der Quell echter Verbindung.
> 1. Du bist weder krank noch verrückt. Du bist einfach nur anders - und niemand hat das Recht, Dich deshalb von oben herab zu behandeln, abzuwerten oder Dich auszunutzen.
> 2. [[!🧭 Unmasking|AuDHD]] ist eine wilde Dynamik zwischen Extremen - lerne diesen Tanz zu meistern, statt immer nur einer Seite zuzuhören. Oder, falls Du selbst kein AuDHDer bist - lerne, den Tanz wahrzunehmen und zu begleiten, statt Momentaufnahmen zu bewerten.
> 3. Erzähle Deine wahre Geschichte, auch wenn sie viele nicht interessieren wird. Die wenigen, die ernsthaft zuhören, sind genug, um glücklich zu sein.
> [!done] Grün: Keine Spoiler
> ---
> *“When we come to understand that we are both creating and being created by our world in every moment, we can understand that we are paradoxically both a full and perfect expression of the mystery of life and a work in progress. We are the most brilliant expression of life that was ever created and completely insignificant at the same time.”*
> — Karen and Henry Kimsey-House, *Co-Active Leadership*
> ---
Auch wenn ich von außen oft als professoral und belehrend bezeichnet werde – es fällt mir erstaunlich schwer, eine “Moral” der Geschichte zu formulieren.
Nicht aus Sorge vor Klischee – ich weiß, dass alle Geschichten im Kern auf eine universelle und relativ generell wirkende Aussage zulaufen; außerdem halte ich die abschätzige Verachtung von Klischees für neurotypischen Unfug.
Alle großen Weisheiten sind Klischees – wir brauchen sie dennoch.
Nein, mein Problem ist das Generalisieren.
Denn mir geht es ja um etwas sehr, sehr Spezifisches: Die “Lost Generation”[^6] von spät erkannten, neurodivergenten, nach außen oft hoch „funktionalen“ Erwachsenen, insbesondere Frauen und queere AuDHDer:innen.
**Unser stiller Kampf, unsere Erfahrung, ignoriert, für verrückt erklärt, ausgenutzt und, wenn wir beginnen unser Schicksal zu begreifen, entweder verlacht oder pathologisiert zu werden. Oder – wenn wir Pech haben – gleich als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt.**
Und dieser “Lost Generation” möchte ich zurufen:
**Du bist nicht verrückt.**
**Du bist nicht krank.**
Du bist mit all Deinen Seltsamkeiten ein wunderbarer Mensch mit Würde, dem Recht auf Achtung Deiner Grundbedürfnisse, und dem Recht, auf Deine Art und Weise glücklich & produktiv & erfolgreich zu sein.
**Dieser Kampf in Dir drin – das ist kein Monster.**
**Das ist einfach eine Polarität. Ein Rhythmus. Dein Tanz.**
Wenn Du beginnst, dem Zusammenspiel der so widersprüchlichen Kräfte und Bedürfnisse in Dir zuzuhören und das Gesamtmuster begreifst, wirst Du etwas Großartiges und sehr Natürliches entdecken:
Ebbe und Flut
Dr. Jeckyl und Mr. Hyde
Gravitation und Fliehkraft
Pippi und Annika
Verpuppte Raupe und Schmetterling
Faust und Mephisto
Sommer und Winter
Ying und Yang
Tag und Nacht
Elphaba und Galinda
Struktur und Entropie
All diese Zyklen und dynamischen Systeme sind in sich ruhig, stabil und lebendig.
**Aber nur, weil sie als Dynamik funktionieren. Als Tanz.**
Ginge ein müder Tag zur Psychiaterin, bekäme er die Diagnose Burn-Out.
Und eine Therapie, die dafür sorgt, gar nicht mehr so hell und lichterloh und aktiv zu sein, um sich vor dem Extrem der Mittagshitze zu schützen.
Käme die bettschwere Nacht zum Psychiater, wäre die Diagnose Depression.
Verordnet würden Aktivierung, Positivität und ein Zurechtlügen der Realität auf eitel Sonnenschein.
Eine besonders fortschrittliche Klinik würde immerhin die Dynamik sehen, aber als bipolar oder Borderline pathologisieren.
Sie bekäme eine Pille, welche die Extreme abmildert – und versänke in ewiger Dämmerung.
All das wäre herzzerreißend, ungerecht und tief traurig.
Denn der Tag-Nacht-Rhythmus ist ein in sich stabiler Tanz der Extreme.
**Umarme Deinen Tag.**
**Leuchte und brenne hell, sei wild, kreativ, over the top und berserkerhaft.**
**Umarme Deine Nacht.**
**Sei faul, zurückgezogen, verborgen in Deiner sicheren Höhle.**
**Umarme Deinen Tanz.**
**Deine wilde,widersprüchliche, paradoxe innere Dynamik. Sei alles und nichts zugleich.**
**Lass Dich nicht in eine Schublade stecken von einem System, das nie dafür da war, Dir ganz persönlich gut zu tun.**
Sondern dafür geschaffen wurde, die Gesellschaft vor solchen seltsamen Wesen wie uns zu schützen.
Versteh mich nicht falsch: Natürlich hast Du das Recht, Unterstützung zu bekommen.
Manchmal braucht man Hilfe, und das ist OK. Medikamente können helfen. Therapie kann helfen.
Aber der Preis dafür darf nicht sein, dass Du Dich selbst verleugnest.
**Gute Hilfe verschleiert nicht.** Und presst Dich nicht in Schubladen, die für die Menschenverwahrer und Menschenzurechtstutzer gemacht wurden.
**Du bist ein wilder Tanz der Extreme.**
**Du bist AuDHD – und das ist gut so.**
Hab keine Angst davor, ein wilder Tanz zu sein.
Sei stolz auf Deinen Tanz.
Es ist nicht einfach, ein wilder Tanz zu sein.
Schon gar nicht in einem Umfeld, das nur Momentaufnahmen Deines Selbst bewertet und jede Abweichung vom Durchschnitt kritisch beäugt.
Lerne zu tanzen.
Das ist hart.
Aber es lohnt sich.
Und akzeptiere, dass sich die allermeisten Menschen nicht für Dich interessieren werden, sobald Du nicht mehr störst.
**Aber wenn Du Deine Geschichte erzählst.**
**Deine wahre Geschichte.**
**Dann wirst Du manche Menschen berühren.**
Nur wenige.
Und ein kleiner Teil davon wird Dich ab und an in Deiner einzigartigen Welt besuchen.
Und Deiner Geschichte ehrlich zuhören, so wie Du ganz Ohr sein wirst für die ihre.
Diese Art von Verbindung ist selten.
Aber es gibt sie.
**Häufig genug, um glücklich zu sein.**
---
Wenn ich versuche, all das auf einen Satz zu bringen wäre es dieser:
==**Du kannst vor Dir selbst nicht fliehen. Stell Dich dem Blick in den Spiegel - und fang an, Dich so zu lieben, wie Du wirklich bist.**==
---
## Schritt 4 - Schicht Für Schicht Zur Kernidee Der Handlung (’‘What if…’‘)
Start: 2025-07-30
Veröffentlicht: 2025-07-30
Geändert: 2025-08-01
> [!todo]- Anleitung:
> “*Fueled by your passion for your specific idea, and armed with the point you want to make, let’s work on your* What If. *The goal isn’t to nail it perfectly in the first attempt. \[…\] So, let’s do a bit of foundation-laying, because yes: even your* What If *has layers that you can revise to make it better.*”
> — Lisa Cron: Story Genius ([Link](https://rauchundkoenig.buchhandlung.de/shop/article/28982701/lisa_cron_story_genius.html))
> [!tldr]- **Zusammenfassung:** Schicht für Schicht zur Kernidee der Handlung (’‘What if…’‘)
> 1. Tbd
> [!danger] Rot: Enthält Spoiler
---
> *This is your last chance. After this, there is no turning back. You take the blue pill - the story ends, you wake up in your bed and believe whatever you want to believe. You take the red pill - you stay in Wonderland and I show you how deep the rabbit hole goes.*
> — Morpheus in Lana und Lily Wachowski: “The Matrix” ([Link](https://youtu.be/zE7PKRjrid4?si=BHz6IlJOZoULVeWO))
---
## Versuch 1
Stell Dir jemanden vor, einen Mann, der sein ganzes Leben dafür gekämpft hat, irgendwie reinzupassen und seinen Weg zu machen in einer Realität, für die er nicht gemacht zu sein scheint. War wäre, wenn dieser Mann, nach einer wieder Mal verloren letzten Schlacht, einfach nicht mehr kann. Und dann die Möglichkeit erhält, dieser Realität zu entfliehen in eine Welt, die nur auf seinen eigenen Wünschen, Sehnsüchten und Träumen basiert? Und was, wenn dieses vermeintliche Paradies sich dann auch gegen ihn wendet und er es letztlich zerstören muss, um sein Leben zu retten. Und erst danach, spät, vielleicht zu spät, versteht, dass dieses Leben wert ist, gelebt und erzählt zu werden.
### *Lisa Cron Feedback*
- Problem? ✅
- Lösung? ✅
- Konkret? ❌
- AuDHD? ❌
## Versuch 2
Was wäre, wenn ein unerkannter, nach außen hochfunktionaler AuDHDer der “Lost Generation”, der nach vielen gescheiterten Versuchen seinen Platz im Leben zu finden einfach keine Kraft mehr hat, kurz davor ist, sich das Leben zu nehmen - und dann auf einmal eine Möglichkeit entdeckt der Realität zu entfliehen: In die Traumwelt seiner Kindheit, Phantàsien aus “Die Unendliche Geschichte”.
Und was wäre, wenn dieser Traum zum Albtraum wird, weil sein Phantàsien keine romantische Welt mit lösbaren Aufgaben ist. Sondern eine Welt, die, seine innere Zerrissenheit und widersprüchlichen Sehnsüchte wiederspiegelnd, dem Untergang geweiht ist und sich gegen ihn, den Verursacher dieses Untergangs wendet - bis er vor der Entscheidung steht, sie zu zerstören, um sein Leben zu retten.
Und was, wenn er in diesem Moment nicht nur erlebt, was ihm sein Leben wert ist. Sondern genau dann, als es in der Realität und in der Fantasiewelt zu spät scheint, endlich Zugang erhält zu den Informationen, die ihm sein Leben lang verwehrt blieben über sich, sein Gehirn und die wahren Ursache dafür, dass sich sein Leben immer wie ein Kampf angefühlt hat.
Und was, wenn er in seiner Trauer zum ersten Mal wirklich aufgibt zu kämpfen - und stattdessen beginnt, für sich zu sorgen und seine Geschichte zu erzählen. Und dann genau darin die Hoffnung auf einen Neuanfang entsteht.
### *Lisa Cron Feedback - Ungeklärte Fragen:*
- Was ist gemeint mit “Platz im Leben finden”?
- Ein Umfeld - privat, beruflich, intellektuell, spirituell - wo er sich zugehörig fühlt und nicht ständig die Frage “bleiben oder gehen” im Vordergrund steht
- Im Kern geht es aber um Community. Sein Tribe, sein Team, sein Stammtisch. Ein Umfeld an Kolleg:innen und Freund:innen, zu dem er wie selbstverständlich gehört
- Peter wollte eigentlich Schauspieler werden, doch er hat es nicht geschafft, an die Schauspielschule kommen. Um sein Leben zu finanzieren wird er Versicherungsmakler, zunächst in einem Team - doch dem entflieht er in die Selbständigkeit. Er wird bei einem Casting genommen für eine Reality Show, gilt als Favorit, verlässt die Show aber frühzeitig. Er studiert nebenher Psychologie und versucht sich als Influencer zum Thema neue Männlichkeit. Nach einem viral gegangenen Video löscht er alles. Xavier, ein früherer Kollege aus der Versicherung, spricht ihn an und holt ihn in seine Produktionsfirma für aufklärerische TV Formate mit dem Versprechen, ihn bei DigiStream groß rauszubringen. Als Peter herausfindet, dass Xavier in Wirklichkeit ihn ausnutzt als Zugpferd, bricht für Peter eine Welt zusammen. In seiner Scham erzählt er John, seinem Ehemann und einziger Konstante in seinem Leben nichts, sondern flieht nach La Graciosa. (Peter erzählt seinen beruflichen Werdegang)
- Peter hat durchaus Freund:innen, aber es sind alles funktionale Beziehungen, in denen er viel hilft und wenig von sich zeigt. (Peter erzählt von seinen Freundschaften)
- Und was heißt gescheitert?
- Gescheitert heißt geflohen. Peter verlässt jeden Beruf, jedes Team, jede Community fluchtartig, nach quälenden Wochen, Monaten oder Jahren. Er gibt das Theater viel zu früh auf, das Team in der Versicherung, die Reality Show, Guide Productions. (Peter wird klar, dass er immer geflohen ist)
- Peter flieht vor dem Gefühl, nicht dazu zu gehören, ausgenutzt zu werden und eine Rolle spielen zu müssen, um bleiben zu dürfen. Es fühlt sich immer als müsste er bereit sein, alles zu geben und zu erdulden, um nicht ausgesondert zu werden. Peter flieht, wenn diese Last untragbar wird.
- Am Ende entflieht er auch seiner Ehe, weil er das Gefühl hat, seinem Mann nichts bieten zu können. (Peter erinnert sich an die Entscheidung, vor allem zu fliehen, auch seinem Mann)
- Wie erhält er die Möglichkeit, nach Phantásien zu fliehen?
- Peter träumt seit seinem 6. Geburtstag davon, es Bastian gleich zu tun. Doch ihm fehlt der Name für die kindliche Kaiserin. Abgesehen davon dass es keine Magie gibt. ([[Peter Pankratius Pek - Old Version|Peter]] bekommt die unendliche Geschichte geschenkt und ist enttäuscht, dass er nicht auch nach Phantásien fliehen kann)
- Die Möglichkeit selbst baut sich langsam auf
- Er entdeckt ein Plakat, das ihn zu dem Namen “[[Kaiuree - old version]]” inspiriert. (Peter entdeckt auf der Straße das Bild der [[Kaiuree - old version]]) ![[Kaiuree Inspiration Plakat Stroke.jpg]]
- Ein kleines Mädchen, Sanne, die er auf dem Schiff nach La Graciosa kennen lernt, liest in der Unendlichen Geschichte. Dabei fällt ihm auf, dass er seine Ausgabe auf der Flucht vergessen hat. (I - Auf dem Schiff lernt er Sanne und ihre Familie kennen, Sanne liest die Unendliche Geschichte)
- Sanne schenkt ihm ihre Ausgabe - und er bemerkt sofort, dass diese anders ist: Die Bastian Geschichte fehlt (Sanne schenkt Peter ihre Ausgabe der unendlichen Geschichte, Peter beginnt in Sannes Version zu lesen und bemerkt, dass die Bastian Geschichte fehlt)
- Als Kind von echten Michael Ende fan (Peter erinnert sich an die Michael Ende Obsession seiner Eltern) - nicht umsonst heißt er Peter Pankratius Pek - weiß er sofort was das bedeutet und was er tun muss.
- Was heißt “dem Untergang geweiht”?
- Unheil zieht auf - es sind die 7 Zeichen der [[Kaiuree - old version]] (IIa - Die 7 Zeichen der [[Kaiuree - old version]] passieren)
- Die Prophezeiung der [[Kaiuree - old version]] sagt, dass dies der Untergang ist, wenn nicht ein Mensch, ein Magox’i, eine Abyssno’i und eine Ksall’i das Buch finden, das die Welt gesund macht. (Die Prophezeiung - 7 Zeichen der [[Kaiuree - old version]] - drohendes Unheil)
- Was heißt “sich gegen ihn wendet”?
- Als die Mission scheitert wird klar, dass Peter die Katastrophe ausgelöst hat.Die Mission scheitert als sich Nadlee’han verschließt - [[Peschbel ✅]] bleibt zurück, Die Abyssno’i bezichtigen Peter der Zerstörung ihrer Welt
- Die nun herrschenden Abyssno’i wollen ihn dafür eliminieren - zum eigenen Schutz. Peter wird vor den Rat der Abyssno’i gestellt und soll eliminiert werden
- Doch selbst wenn er dem entkommt - durch seine Intervention hat er die Relaton’in Vorräte für immer erschöpft - Die Insel stirbt - und er mit ihr ([[Godrin ✅]] erklärt Peter dass Nadlee’han zum Sterben verdammt ist)
- Wie erhält er die Informationen über sein AuDHD?
- Er isst von der verbotenen Pflanze [[Jezz'ir]] (Ritalin) und zerstört damit Nadlee’han (Peter isst von der verbotenen Pflanze [[Jezz'ir]] und zerstört damit [[Nadlee'han💭]])
- Er betritt eine dritte Welt - den Tempel der [[Kaiuree - old version]], sein eigenes Gehirn
- Die [[Kaiuree - old version]] - eine resignierte, kettenrauchende alte Mandrill Systemadmin, zeigt ihm die Wahrheit. Die [[Kaiuree - old version]] zeigt Peter die Wahrheit über sein Gehirn
- Was heißt “zu spät”?
- [[IIb - In Nadlee'han - Relaton'in aufgebraucht, Insel stirbt]]
- Realität - Koma, Peter stirbt (Alkohol, fast ertrunken, er ist in die Flut geraten)
- Die [[Kaiuree - old version]] kann nur eine der beiden Welten rebooten
- Was heißt “aufgeben”?
- nach kurzem Besuch in Realität entscheidet er sich für [[Nadlee'han💭]] mit dem Ziel, das Ende zu genießen
- er reaktiviert Xandro, III - besänftigt die [[Species - Abyssno’i ✅|Abyssno'i]], und III - beginnt Geschichten zu schreiben, Briefe an John, während die Insel stirbt
- Was heißt “Hoffnung auf einen Neuanfang”?
- Geschichten erzeugen neues Relaton’in ohne die Ausbeutung durch die Ksall’i angewiesen zu sein
- [[Nadlee'han💭]] erwacht
- Peter ist glücklich - und spürt eines Tages, dass er bereit ist, zurück zu gehen und John seine Geschichte zu erzählen.
- Epilog la graciosa, mit John Er findet einen der Briefe. Und hat den Mut, sie John zu erzählen.
## Versuch 3
*Nach dem letzten Versuch ist mein Hirn abgegangen wie ein Feuerwerk. Das “What if” hat sich plötzlich verknüpft mit vielen Szenen und Ideen, die ich bereits hatte. Es war, als sehe ich meinen bisherigen Plot plötzlich durch eine scharfe Brille.
*Von außen ist das vermutlich kaum zu erkennen, weil das große Brainstorming und zuordnen oben nicht verständlich ist. Aber das macht nichts. Kommt alles, Schritt für Schritt.
*Zurück zu meinem “What if…”. Ich merke, dass die englische Formulierung für mich deutsch nicht funktioniert, deshalb werde ich darauf verzichten. Und ich möchte zurück zur Verdichtung, weshalb ich die Fülle von oben nicht im Detail mitnehme, sondern versuche, knapp und präzise zu sein.
*Zur Erinnerung, für mich selbst:
1. *Ich schreibe aus dem unbeschreiblichen Moment der Selbsterkenntnis heraus, mit 45 Jahren zu erfahren, dass ich AuDHD bin und **mein ganzes Leben maskiert habe ohne es zu wissen** - vor allem unbewusst. Um dieses Motiv zu verstärken, werde ich Peter zu einem Schauspieler, Versicherungsmakler und Influencer machen - jemand, der die Kunst des Maskierens im Rahmen seiner Möglichkeiten perfektioniert hat.*
2. *Am meisten berührt mich an dieser Geschichte die Idee, **sich selbst zum ersten Mal wirklich zu sehen - nachdem ich mein ganzes Leben auf der Flucht vor der Wahrheit verbracht habe**. Deshalb wird Peter ein Gehetzter, ein Flüchtender werden. Was mir dabei wichtig ist: die Gefahr war und ist real. Es geht nicht darum die Gefahr kleinzureden. Es geht darum, dass es letztlich wichtiger ist, sein eigenes Leben zu leben als sicher zu sein. Es geht um den **Mut, zu sich selbst zu stehen - auch wenn es große Nachteile bedeutet.**
3. *Vor diesem Hintergrund ist meine Botschaft: **Hör auf, vor der Wahrheit davon zu laufen. Ja, Du bist anders, und ja, dass ist in unserer Welt unangenehm, beschwerlich und manchmal gefährlich. Get over it. Schau in den Spiegel, und kümmere Dich um den, den Du da siehst. Mit bedingungsloser Liebe.***
---
> [!question] What if…
> Was wäre, wenn ein Mensch, der sein ganzes Leben damit verbracht hat, sich anzupassen, zu fliehen und zu gefallen – plötzlich in eine Welt gerät, die ganz auf seinen Sehnsüchten basiert – und dort lernen muss, dass seine wahre Heilung nicht in der Erfüllung seiner Wünsche liegt, sondern in der radikalen Wahrheit über sich selbst?
## Synopse
> [!danger] Rot: Spoiler
Peter Pankratius Pek - Schauspieler, Versicherungsmakler und Influencer - ist auf der Flucht, schon sein ganzes Leben lang, ohne wirklich zu wissen, wovor und warum.
Er flieht vor Angeboten mit Chancen auf Ruhm und Erfolg und vor Enttäuschung, Ablehnung und Kritik. Er flieht vor liebevoller Umarmung und herzlicher Aufnahme in Gemeinschaft, doch ebenso vor Kaltherzigkeit, Härte und davor, ausgenutzt zu werden; vor Harmonie und Mittelmaß gleichermaßen wie vor Konflikten und fordernden Leistungsbemessungen. Es scheint, als gehöre er einfach nicht in diese Welt. Als sei er auf dem falschen Planeten geboren.
Doch er flieht nie lang in den Rückzug, immer nach vorne. Voller Ideen, Pläne und Neugier sucht er immer aufs Neue einen Platz im Leben.
Und so ist er über seine fast vierzig Jahre nicht nur reif an Erfahrungen, sondern auch zum perfekten Verstellungskünstler geworden - ein Meister der Kontaktaufnahme und Verführung, ein Zauberer des Neubeginns. Und das nicht abschätzig oder berechnend, sondern immer aus vollem Herzen. Mit Leidenschaft und Witz kämpft er sich zu beachtlichen Erfolgen und in schwer zugängliche Kreise.
Aber nie für lang.
Die einzige Konstante in seinem Leben ist John, sein Ehemann, der in seiner liebevollen Ruhe einfach immer da ist. Ihm kann er bedingungslos vertrauen - nicht in jedem Detail, aber in Summe.
Eine seiner Fluchten war die letzte. Als sich Xavier, der Mann, auf den er beruflich alle Hoffnung und alles Vertrauen gesetzt hatte, als berechnender Scharlatan entpuppt, reißt das fragile Band, das ihn im normalen Leben hielt.
Er flieht vor allem, auch John, auf eine einsame Insel im Atlantik und gibt sich selbst 10 Tage des Nachdenkens, bevor er seinem Leben ein Ende setzt. Einfach, weil ihm keine gangbare Alternative mehr einfällt.
Doch dann geschieht etwas, das er seit Kindheit herbeigesehnt hat. Er bekommt die Möglichkeit, in eine fantastische Welt zu fliehen, die nur auf seinen Wünschen, Sehnsüchten und Träumen aufgebaut ist: Die Vergnügungsinsel Nadlee’han.
Er zögert keinen Augenblick. Begeistert und voller Neugier erkundet er die neue Welt, ergötzt sich an der Erfüllung seiner Sehnsüchte, genießt das Gefühl einer aufregenden, abenteuerlichen und doch vertrauen Welt. Als er Xandro, Lou und [[Peschbel ✅]] trifft, ein unwahrscheinliches Trio aus drei unterschiedlichen Spezies - Magox’i, Abyssno’i und Ksall’i , schließt er nicht nur Freundschaft - er scheint genau das fehlende Teil zu sein, welches das Kleeblatt komplett macht. Und als er mit dem Abyssno’i [[Godrin ✅]] auch noch eine Liebschaft findet, wie er sie in dieser Intensität und Intimität noch nie erlebt hat, merkt er: Er ist endlich zu Hause. Seine Flucht ist vorbei.
Doch bald muss er feststellen, dass dieses Zuhause bedroht ist. Erdbeben erschüttern die Insel und Pflanzen verdorren. Die Zeit beginnt, in unterschiedlichen Zeiten der Insel auseinander zu driften. Wesen verschwinden einfach, ganze Siedlungen lösen sich in Luft auf. Auch die Spezies verändern sich: Die immer hoch energetischen Magox’i werden mürrisch, faul und fordernd; die stehts hilfsbereiten und hingebungsvoll dienenden Abyssno’i werden rigide und herrisch. Und die Ksall’i, ehemals begeisterte Besucher vom Kontinent Ksall’han werden immer fordernder und aggressiver und beginnen, Abyssno’i zu verschleppen und zu versklaven. Die Prophezeiung der [[Kaiuree - old version]] scheint sich zu erfüllen: Es droht der Untergang Nadlee’hans, wenn nicht eine Gruppe von 4 Freunden aus 4 Spezies sich aufmacht, das Buch zu finden, das die Welt gesund macht.
Ohne Zögern begibt sich Peter auf die Rettungsmission. Sie reisen, wohin seit Jahrhunderten kein Nadlee’i sich mehr gewagt hat: Auf den Kontinent Ksall’han. Unterstützt von Fratil, einem aufstrebenden Ksall’i Senator, schaffen sie es bis in die Hauptstadt des riesigen Reiches und finden [[Godrin ✅]]. Doch der Versuch, die Ksall’i um Hilfe zu bitten endet im Fiasko, und statt des Buches, das die Welt gesund macht, kehren sie mit einer aufgebrachten Ksall’i-Armee im Rücken nach Nadlee’han zurück.
Doch die Insel hat ihren eigenen Schutzmechanismus: Eine riesige Muschelschale erhebt sich als Trennwand aus dem Meer und umschließt das kleine Paradies in ewiger Nacht. Die Freunde schaffen es gerade noch, ihr Boot hinein zu steuern, doch verlieren dabei [[Peschbel ✅]], die ins Meer fällt und auf der anderen Seite zurück bleibt.
In der schützenden Nacht verändert sich die Insel völlig. Die Magox’i verfallen in ein schlafähnliches Delirium, während die Abyssno’i aufblühen und eine eigene Herrschaft der Weisheit errichten.
Und damit wendet sich sein Paradies gegen ihn, denn sein Eindringen und unbedachtes Handeln werden verantwortlich gemacht für den Untergang dieser uralten Welt. Er wird mit angeklagt vor dem Rat der Abyssno’i, und soll eliminiert werden. Nur Lou und [[Godrin ✅]] halten zu ihm und versuchen, eine Lösung zu finden.
Gemeinsam recherchieren sie in der riesigen Bibliothek der Abyssno’i und finden tatsächlich einen Weg, um Peter zu retten, verbunden mit einer wagen Hoffnung für die Insel: Er muss einen ungeheuerlichen Frevel begehen, indem er von der verbotenen Pflanze [[Jezz'ir]] isst - und so Zugang finden zum Tempel der [[Kaiuree - old version]]. Doch dies ist nicht ohne Grund verboten: Es bedeutet das Ende von Nadlee’han.
Erst in diesem Moment versteht Peter, wie wichtig ihm sein Leben ist. Während seine Freund:innen noch beratschlagen, wählt er den Weg des Verrats, erhält Zugang zum Tempel der [[Kaiuree - old version]] - und vernichtet damit im Alleingang seine neue Heimat.
Er befindet sich in einer dritten Welt, die sich als Steuerzentrale hinter allen anderen entpuppt. Die [[Kaiuree - old version]], als kindliche Kaiserin von Peter ersehnt, als mächtige Göttin verehrt von den Magox’i und als große Weise geschätzt bei den Abyssno’i entpuppt sich als resignierte, kettenrauchende Systemadministratorin eines ganz besonderen Gehirns: Peters.
Hier bekommt er endlich Antwort auf alle Fragen, die ihn seit frühester Kindheit quälen. Er versteht, wer er wirklich ist und warum er sein ganzes Leben auf der Flucht war: Er trägt eine unsichtbare Behinderung, die ihn tatsächlich anders macht als die allermeisten Menschen, und für den die Welt der Anderen einfach nicht gemacht hat: Er ist das, was die Wissenschaftler:innen in der Realität AuDHD nennen. Eine genetische Mutation, die ihn in den Augen anderer Menschen zu etwas macht, was nicht greifbar, nicht verständlich, nicht wirklich menschlich macht.
In diesem Moment versteht er, dass er auf sich selbst immer mit dem Augen der anderen geblickt hat. Und dass es an der Zeit ist, sich selbst so zu lieben und zu akzeptieren, wie er wirklich ist.
Doch es scheint zu spät, noch etwas zu retten. Nadlee’han stirbt, und in der Realität liegt er im Koma, nachdem er unter Schlaftabletten und Alkohol am Strand eingeschlafen und von den hohen Wellen des Atlantiks ins Meer gespült worden war.
Und so akzeptiert er das unvermeidliche: er wird sterben.
Die [[Kaiuree - old version]] gibt ihm die Wahl, in welcher Welt er das tun möchte, und nach einem kurzen Besuch in der Realität entscheidet er sich für Nadlee’han.
Er schafft es, mit seinem Bericht die Abyssno’i zu besänftigen und findet sogar einen Weg, Xandro aus seiner Schockstarre zu holen. Gemeinsam mit seinen Freund:innen versucht er, die letzten Tage in Gemeinschaft und Liebe zu verbringen.
Eigentlich ist er glücklich - wenn da nicht der schmerzliche Abschied von John wäre. Es ist ihm ein Bedürfnis, ihm seine Geschichte zu erzählen, und so beginnt er, Briefe zu schreiben an seinen Mann John, auch wenn er weiß, dass diese ihn nie erreichen werden.
Doch diese Briefe entfalten eine ungeahnte magische Wirkung. In einer Welt, die bislang nur Wissen, Sachbücher und heilige Regeln kannte, öffnet sich mit dem schriftlichen Erzählen eine neue Möglichkeit, Kontakt zu anderen Welten aufzubauen.
Und diese Kontakte scheinen Nadlee’han das zu geben, was es braucht: Neue Energie in Form des magischen Rohstoffs Relation’in. Die Erkenntnis verbreitet sich schnell, und bald lernen immer mehr Abyssno’i, Geschichten zu schreiben - und auf diese Art Nadlee’han doch noch zu retten. Die Insel erwacht zu neuem Leben, und die umgebendende Schutzmauer wird zur teilweise durchlässigen Membran. Das neue Nadlee’han ist keine Vergnügungsinsel mehr, sondern ein Ort der aufrichtig erzählten Geschichten. Zugänglich nicht für alle - doch für alle, die sich mit ihrer eigenen Geschichte beteiligen.
Peter befindet sich in einem ruhigen Schwebezustand der Zufriedenheit, der glücklich wäre, würde er nicht John so vermissen und wissen, wie dieser in der Realität leidet an seinem Verlust. Und eines Tages spürt Peter, dass es Zeit ist, sich von Nadlee’han zu verabschieden. Er weiß: am nächsten Morgen wird er zu Hause aufwachen. Bei John.
Epilog: Ein Jahr später reisen John und Peter zurück auf die Insel, auf die Peter geflüchtet war: La Graciosa. Am Strand entdeckt er eine kleine Muschel, die der ähnelt, die Nadlee’han umschlossen hat. Darin befindet sich ein kleines Stück Papier, und eine Holzperle, die er [[Godrin ✅]] einst geschenkt hatte.
Peter vermisst Nadlee’han unglaublich. Er beschließt, die Brief an John nochmal neu zu schreiben und zu veröffentlichen, um diese besondere Reise zu würdigen. Als “Das Buch, das die Welt gesund macht”. Wenigstens seine eigene.
---
# Navigation & Links
> [!quote] Created
> - By [Florian Prittwitz-Schlögl](https://www.weltgestalter.com/ueber-mich/)
> - Licensed under [CC BY-SA 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/).
>
> [!info] Stay connected
> - [LinkedIn](https://www.linkedin.com/in/prittwitzschloegl?utm_source=share&utm_campaign=share_via&utm_content=profile&utm_medium=android_app)
> - [Instagram (Personal & Writing)](https://www.instagram.com/nuramon78?utm_source=ig_web_button_share_sheet&igsh=MTUwbGpxdmhja2hieA==)
> - [Instagram (Coaching)](https://www.instagram.com/weltgestalter?utm_source=ig_web_button_share_sheet&igsh=Y3NmMnZqanN1bWNm)
> [!important] Check out my projects
> - [Welcome 2 My World (Writing Workshop & Public Second Brain)](https://welcome2my.world/)
> - [Weltgestalter (Coaching Webseite)](https://weltgestalter.com)
> [!question] Get in Touch
> - [E-Mail](mailto:
[email protected])
> - [Schedule a Conversation](https://calendly.com/weltgestalter)
[^1]: Kombination aus Autismus und ADHS
[^2]: Zitat aus “Die unendliche Geschichte” von Michael Ende. Ein Ort in Phantásien, wo ehemalige Reisende aus der Menschenwelt leben, welche den Weg zurück in die Realität nie gefunden haben.
[^3]: Interessengebiet, das wir autistischen Menschen oft ungewöhnlich früh, intensiv und detailliert verfolgen und über das wir bevorzugt sprechen - gerne in Form langer Monologe und unabhängig vom Interesse der anderen Person.
[^4]: Nadlee’han ist der Teil von Phantásien, in dem Peter landet, nachdem er entschieden hat, es Bastian Baltasar Bux aus “Die unendliche Geschichte” gleich zu tun und der kindlichen Kaiserin einen neuen Namen gibt.
[^5]: Die Ksall’i sind Bewohner des Kontinent Ksall’han, vor dessen Küste Nadlee’han liegt. Und wenn Nadlee’han das queere und neurodivergente Innere von Peter spiegelt, so ist Ksall’han das Gegenstück: die neurotyoische, heteronormative Außenwelt
[^6]: Die “Lost Generation” ist eine Bezeichnung für neurodivergente Personen, die zu früh geboren wurden, um in der Kindheit diagnostiziert und ausreichend unterstützt zu werden auf Grund von spätem wissenschaftlichen Fortschritt und/oder mangelnder Aufklärung von Eltern, Lehrer:innen und Ärzt:innen. Da AuDHD erst seit 2013 offiziell diagnostiziert werden kann, sind alle Grburtsjahrgänge bis mindestens ca. 1998 betroffen, durch langsame Aufklärung und teils massive Abwehrhaltung der etablierten Hilfssysteme und unbegründete Ängste von Eltern und Lehrer:innen oft noch weit darüber hinaus, teilweise bis in die Jetztzeit. Ich kenne den Begriff aus Ellie Middleton: “Unmasked” ([Link](thehttps://rauchundkoenig.buchhandlung.de/shop/article/50776141/ellie_middleton_unmasked.html))