# Signatur-Story · Schnittmuster 2 — auf Basis der eigenen Werte
> [!info] Wofür dieses Schnittmuster
> Eine kurze **Signatur-Story** (~1 Minute) entwickeln — ausgehend von dem, **wofür du stehst**: deinen Werten, dem was dir wichtig ist, was du brauchst, um ganz du zu sein. Am Ende schlägst du die Brücke nach außen: *Wer kann ich dadurch für andere sein?*
>
> Unterschied zu Schnittmuster 1 (Purpose): Dort startest du **außen** — bei Rolle, Mission und den Menschen, denen du dienst. Hier startest du **innen** — bei deinen Werten — und öffnest dich erst am Schluss nach außen.
> [!tip] Geist der Übung — bevor du loslegst
> - **Speed gewinnt.** Lieber roh und fertig als perfekt und stecken geblieben.
> - **Menge vor Güte** beim Sammeln. Erst breit, dann verdichten.
> - **Erst Chaos, dann aufräumen.** Kritzeln, laut reden, Stichworte — alles erlaubt.
> - Rechne mit **~1–2 Stunden**. Timer hilft.
> - **Kreativität braucht Grenzen**: Es hilft, ein enges Strickmuster zu befolgen, um kreative Blockaden zu umgehen. Deshalb mein Rat - halte Dich erstmal streng an die Vorgaben, auch wenn Du es selbst anders machen würdest. Ganz am Ende, wenn Du was gutes hast, kannst Du das Ergebnis natürlich gerne so umgestalten, wie Du es Dich formulieren würdest. Aber diesen Überarbeitungsschritt kannst Du nur machen, wenn Du gutes Material hast - und dabei hilft der "Lückentext"
## Schritt 1 — Werte sammeln und verdichten (20 Min.)
Du kennst deine Werte grob. Zur Schärfung
- Schreib zu jedem deiner Werte freestyle (egal wie lang, einfach runter schreiben): Wann erlebe/lebe ich diesen Wert? (privat oder im Beruf, egal) - und warum ist mir das wichtig?
- Unterstreiche in diesem Textkonvolut alle Worte, die Dich wirklich ansprechen (ca. 20-30%)
- Mach Dir eine Kopie (oder, falls Du handschriftlich arbeitest, schreib die unterstrichenen Worte nochmal auf)
- Unterstreiche in diesem Text wieder alle Worte, die dich ansprechen (ca. 20-30%)
- Das machst du so lange, bis du 3 bis 10 Kernworte hast
- Dann schreib mit diesen Worten ein bis zwei Sätze Zusammenfassung. Verwende die Kernworte wortwörtlich - verbinde sie so, dass es für dich passt
- Dieser Satz ist dein Rohmaterial für Schritt 2
## Schritt 2 — Roh-Story bauen mit dem Werte-Gerüst (20 Min.)
15–20 Min. sehr grober Entwurf. Basis sind deine Werte und der Rohsatz am Ende von Schritt 1. Nicht feilen — füllen. Nutze dieses Gerüst:
> **"Wofür ich stehe: <Wert 1>, <Wert 2>, <Wert 3>.**
> **Das zeigt sich, wenn ich <kurze Szene/Bild>.**
> **Was mir dabei wichtig ist: <was du brauchst, um ganz du zu sein>.**
> **Und deshalb kann ich für andere <die Person / der Beitrag sein, der aus diesen Werten folgt>."**
- Bei Blockade: `[XYZ]` in Klammern setzen und weiterschreiben.
- Verrückte Sprache, Emojis, Kritzeleien — erlaubt, du editierst später.
- Timeboxing hilft.
> [!important] Die entscheidende Zeile
> Der **letzte Satz** ist der ganze Unterschied dieses Schnittmusters: Er übersetzt "wofür ich stehe" in "wer ich dadurch für andere bin". Nimm dir hier bewusst einen Moment — hier wird aus Selbstklärung eine Story, die andere anspricht.
## Schritt 3— Schärfen und auf 1 Minute bringen (20 Min.)
- **Pause**. Mach Pause, gewinne Abstand. Und dann weiter mit neuem Blick.
- **Laut vorlesen.** Wo du stolperst, ist die Sprache noch nicht deine.
- **Kürzen bis es knackt** — raus mit allem, was erklärt statt zeigt.
- Trau dich zu **zuspitzen**: ein starkes Bild schlägt drei brave Sätze.
- Ziel: du kannst es in **~1 Minute frei sprechen**, ohne abzulesen
- Wichtig: Wir sind immer noch 80:20, es muss nicht perfekt sein, nur "irgendwie griffig"
> [!success] Fertig, wenn…
> …du die Story einmal laut durchsprichst und am Ende denkst: *Ja — so bin ich, und so könnte ich mir vorstellen, das anderen zu sagen, auch wenn es noch nicht in allen Details perfekt ist*
## Schritt 4—Make it yours (Rest des Lebens)
Jetzt, wo Du das "Strickmuster" hast, mach es zu deinem. In Form, Inhalt, Tun. Probiere aus, ändere wie Du magst. Ab jetzt hast Du völlige Freiheit zu gestalten - und eine ziemlich gute Vorlage als Startpunkt.